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Kosten & Beiträge

PKV-Kosten 2026: drei echte Rechenbeispiele (Angestellter, Selbstständiger, Beamter)

"Was kostet die PKV?" lässt sich nicht mit einer einzelnen Zahl beantworten. Drei reale, anonymisierte Vergleichsrechnungen zeigen, was ein 30-Jähriger als Angestellter, Selbstständiger und Bundesbeamter tatsächlich zahlt.

Von Kai Stockschlaeder · Versicherungsmakler §34d GewO · über 20 Jahre Erfahrung · Zuletzt geprüft: 15.09.2026

Kategorie: Kosten & Beiträge

Kaum eine Frage höre ich häufiger als "Was würde das bei mir ungefähr kosten?" Die ehrliche Antwort: Das lässt sich ohne persönliches Gespräch nicht seriös beziffern, weil der Beitrag individuell aus Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Berufsgruppe und gewähltem Leistungsumfang berechnet wird. Trotzdem lässt sich die Größenordnung an echten Beispielen zeigen – deshalb habe ich im September 2026 drei realistische Musterfälle mit einem Maklervergleichsrechner über alle Gesellschaften durchgerechnet.

Gemeinsame Annahmen für alle drei Beispiele:
Musterperson: männlich, 30 Jahre, keine Vorerkrankungen, keine Kinder.
Versicherungsbeginn 01.10.2026, Berechnung im September 2026 mit einem Maklervergleichsrechner über alle Gesellschaften.
Alle Beiträge sind Monatsbeträge in Euro, jeweils inklusive des gesetzlichen Zuschlags nach § 149 VAG (10 %) und der Pflegepflichtversicherung.
Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung sind bei jedem Beispiel gesondert genannt; die Beitragsrückerstattung bezieht sich auf das erste leistungsfreie Jahr.
Der "Einstiegstarif mit Primärarztprinzip" arbeitet mit dem Primärarztprinzip: ein günstigerer Beitrag, dafür wird vor dem Besuch bestimmter Fachärzte zunächst der Hausarzt konsultiert, mit tariflich geregelten Ausnahmen.
Wichtig: Diese Beiträge sind individuell. Ein anderes Alter, andere Gesundheitsangaben oder andere Tarifbausteine ergeben andere Werte. Das ist kein Angebot und keine Tarifempfehlung – welche Tarife hinter diesen Zahlen stehen, nenne ich erst im persönlichen Beratungsgespräch.

Beispiel 1: Angestellter, 30 Jahre, Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze

30-jähriger Angestellter, Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze, Stand September 2026
BausteinEinstiegstarif mit PrimärarztprinzipTop-TarifGKV (Vergleich)
Ambulant, stationär, Zahn384,70 €553,96 €1.098,56 €
Pflegepflichtversicherung58,80 €61,16 €244,13 €
Krankentagegeld148,90 €48,00 €
Gesetzlicher Zuschlag238,47 €55,40 €
Gesamtbeitrag530,87 €718,52 €1.342,69 €
Arbeitgeberzuschuss–265,44 €–359,26 €–653,91 €
Eigenaufwand im Monat265,43 €359,26 €688,78 €
Ersparnis im Monat423,35 €329,52 €
Ersparnis im Jahr5.080,20 €3.954,24 €
Selbstbehalt0 €0 €Zuzahlung 10 € je Leistung

Selbst der Top-Tarif kostet den Angestellten nach Arbeitgeberzuschuss nur gut die Hälfte der GKV. Die Ersparnis hängt aber daran, dass die Person kinderlos ist, über der Beitragsbemessungsgrenze verdient und ohne Risikozuschlag angenommen wird. Familienplanung, sinkendes Einkommen oder Vorerkrankungen ändern die Rechnung – mehr dazu in PKV für Angestellte und im großen PKV-oder-GKV-Vergleich.

Beispiel 2: Selbstständiger, 30 Jahre, Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze

Das Einkommen ist hier nur für die GKV-Seite relevant, weil sich der GKV-Beitrag am Einkommen bemisst. Der PKV-Beitrag wäre bei einem Jahreseinkommen von 40.000 € identisch – er hängt von Alter, Gesundheit und gewähltem Leistungsumfang ab, nicht vom Einkommen.

30-jähriger Selbstständiger, Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, Stand September 2026
BausteinEinstiegstarif mit PrimärarztprinzipTop-TarifGKV freiwillig (Vergleich)
Ambulant, stationär, Zahn257,76 €355,74 €1.098,56 €
Pflegepflichtversicherung58,80 €61,16 €244,13 €
Krankentagegeld148,90 €48,00 €enthalten3
Gesetzlicher Zuschlag225,77 €35,57 €
Gesamtbeitrag = Eigenaufwand391,23 €500,47 €1.342,69 €
Ersparnis im Monat951,46 €842,22 €
Ersparnis im Jahr11.417,52 €10.106,64 €
Selbstbehalt im Jahr1.000 €1.200 €gesetzl. Zuzahlungen4
Beitragsrückerstattung5499 €711 €

Der niedrige Beitrag kommt zu großen Teilen aus dem Selbstbehalt von 1.000 bzw. 1.200 Euro – der ist im Krankheitsfall zusätzlich zu zahlen, und selbst dann bleibt die Ersparnis vierstellig. Der GKV-Vergleichswert ist der Höchstbeitrag; wer weniger verdient, zahlt in der GKV weniger und die Ersparnis schrumpft. Das Krankentagegeld ist hier Pflichtbestandteil der Rechnung, nicht Extra – mehr dazu in PKV für Selbstständige.

Beispiel 3: Bundesbeamter, 30 Jahre, Beihilfesatz 50 %

Vier Top-Tarife mit vollständiger Restkostenabsicherung (50 %) und Beihilfeergänzung, ohne Selbstbehalt.

30-jähriger Bundesbeamter, Beihilfesatz 50 %, Stand September 2026
BausteinTop-Tarif 1Top-Tarif 2Top-Tarif 3Top-Tarif 4
Ambulant, stationär, Zahn1250,69 €253,13 €299,52 €272,37 €
Beihilfeergänzung11,59 €10,64 €29,95 €19,18 €
Pflegepflichtversicherung236,79 €35,42 €36,76 €36,75 €
Gesetzlicher Zuschlag317,98 €17,95 €23,01 €20,56 €
Gesamtbeitrag317,05 €317,14 €389,24 €348,86 €
Selbstbehalt0 €0 €0 €0 €
Beitragsrückerstattung501 €800 €1.468 €292 €

Bei Beamten ist der Beitrag selten das Problem, die Beihilfelücken schon. Die vier Tarife liegen preislich eng beieinander, unterscheiden sich aber in Wahlleistungen und Beihilfeergänzung – deshalb gebe ich hier keine Rangfolge. Ein GKV-Vergleich fehlt bewusst: Beamte in der GKV zahlen den vollen Beitrag ohne Arbeitgeber- und ohne Beihilfeanteil. Mehr dazu in PKV für Beamte und, für den befristeten Berufseinstieg, in PKV im Referendariat.

Ob die gesetzliche Krankenversicherung mit pauschaler Beihilfe für dich eine Alternative ist, klären wir im Gespräch – diese Entscheidung ist in den meisten Fällen unwiderruflich.

Was die drei Rechnungen gemeinsam zeigen

Bei Angestellten entscheidet der Arbeitgeberzuschuss über die tatsächliche Belastung, bei Selbstständigen der gewählte Selbstbehalt, bei Beamten der Beihilfesatz. Drei unterschiedliche Hebel, die in einem reinen Beitragsvergleich unsichtbar bleiben, wenn man nur die nackte Zahl nebeneinanderstellt. Wer sich in einem dieser drei Beispiele grob wiedererkennt, kann daraus eine erste Größenordnung ableiten – wer deutlich abweicht, etwa durch anderes Alter, Vorerkrankungen oder anderen Leistungsumfang, sollte die Zahlen nicht 1:1 übertragen.

Häufige Fragen

Was kostet die PKV für einen 30-jährigen Angestellten?

Nach diesem Rechenbeispiel (Stand September 2026, Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze) liegt der Gesamtbeitrag zwischen 530,87 € im Einstiegstarif mit Primärarztprinzip und 718,52 € im Top-Tarif. Nach Abzug des Arbeitgeberzuschusses bleibt ein Eigenaufwand von 265,43 € bzw. 359,26 € im Monat – eine Ersparnis gegenüber der GKV von 5.080,20 € bzw. 3.954,24 € im Jahr.

Was kostet die PKV für einen 30-jährigen Selbstständigen?

Nach diesem Rechenbeispiel (Stand September 2026, Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, inklusive Krankentagegeld ab Tag 43) liegt der Gesamtbeitrag als Eigenaufwand zwischen 391,23 € im Einstiegstarif mit Primärarztprinzip und 500,47 € im Top-Tarif – eine Ersparnis gegenüber der freiwilligen GKV von 11.417,52 € bzw. 10.106,64 € im Jahr, bei einem Selbstbehalt von 1.000 € bzw. 1.200 € im Jahr.

Was kostet die PKV für einen 30-jährigen Bundesbeamten?

Nach diesem Rechenbeispiel (Stand September 2026, Beihilfesatz 50 %) liegen vier Top-Tarife mit vollständiger Restkostenabsicherung und Beihilfeergänzung zwischen 317,05 € und 389,24 € im Monat, ohne Selbstbehalt. Ein GKV-Vergleichswert wird hier bewusst nicht angegeben, da Beamte in der GKV ohne Arbeitgeber- und Beihilfeanteil den vollen Beitrag zahlen würden.

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Versicherungsmakler §34d Abs. 1 GewO · seit über 20 Jahren PKV-Beratung
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